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Windows Server 2016: Hyper-V 2016

Windows Server 2016

Die Denkweise von Application-Containern bzw. Docker fokussiert eine einzelne (Netzwerk-) Applikation. Shielded VMs hingegen sehen eine VM als eine Maschine in einer Infrastrukturumgebung (z.B. Domäne). Dabei wird angenommen, dass diese Maschine auch nur in dieser Umgebung funktionieren kann. Shielded VMs sind standardmäßig mittels BitLocker verschlüsselt, um einen unberechtigten Zugriff zu verhindern.

Storage Resiliency

In früheren Versionen von Hyper-V konnte bereits eine kurze Unterbrechung der Storage-Verbindung zu einem VM-Ausfall führen. Auch wenn man dem durch Failover zu einer anderen VM oder einem anderen Clusterknoten bedingt begegnen konnte. So konnte es auch dort oder wiederholt durch Engpässe zu kurzen Verbindungsabbrüchen kommen. Dies führte insbesondere bei Verwendung von iSCSI schnell zu komplett Abstürzen.

Mittels Storage Resiliency kann man diesen kurzfristigen Verbindungsabbrüchen entgegnen. Dabei werden die virtuellen Maschinen kurzzeitig pausiert und anschließend die Storage-Verbindung wieder aufgebaut. Dies führt dazu, dass der Failover-Zustand wesentlich seltener ausgelöst wird und auch nach einem Failover das verbleibende System wesentlich stabiler läuft.

Discrete Device Assignment

Für das DDA benötigen Sie grundsätzlich die Intel/AMD CPU Erweiterung VT-d. Dabei steht VT-d für „Virtualization Technology for Directed I/O“ und wird immer zusammen mit VT-x verwendet. Auch hier gilt, nicht nur CPU/Chipsatz sondern auch BIOS, Betriebssystem und Hypervisor müssen VT-d unterstützen bzw. nicht blockieren. Mit dieser schon lange verfügbaren API, ist es möglich PCI (primär PCIe) Geräte samt IRQ/IOMMU/DMA und Busmaster-Funktionalität an eine VM zu delegieren. D.h. dem Host-Rechner wird der Zugriff auf diese Ressourcen genommen und die VM kann mit echter Hardware arbeiten.

Früher vor allem für ISDN-Karten (Fax-Server in VM), heute oft für die Zuweisung von GPUs bei voller Leistung zu einer VM verwendet, bietet dieses Konzept die Möglichkeit, VMs mit Hardware OpenGL- bzw. Direct3D-Beschleunigung auszustatten.

Nested Virtualization

Hyper-V 2016 unterstützt erstmalig die verschachtelte Virtualisierung, aber was können wir damit anfangen?
Ein offensichtlicher Fall ist die Verwendung für Test- und Entwicklungsarbeiten.

Insbesondere Entwickler für Windows Phone und Windows ARM benötigen einen Emulator, der die Virtualisierungstechniken benutzt. Aber innerhalb einer virtuellen Maschine waren diese Erweiterungen bisher nicht verfügbar. Aber auch der Aufbau und Test ganzer virtueller Cluster kann nun virtuell geschehen.

Ferner lassen sich so natürlich auch Schulungen im Bereich Virtualisierung damit auf einer virtuellen TestLab Maschine bewerkstelligen.
Mit Nested Virtualization können Administratoren aber auch die Möglichkeit nutzen, erfahrenen Anwendern alternativ zu einer Private Cloud virtuelle Hyper-V-Server an die Hand zu geben. Da solche Hyper-V-Server virtuell sind, hat der Administrator auch weiterhin die Möglichkeit zur Beschränkung des Ressourcenverbrauchs, so wie es auch in einer echten Private-Cloud-Umgebung der Fall wäre.

Checkpoints

Checkpoints, früher genannt Snapshots, dienen dazu den Systemzustand zu sichern und wiederherzustellen. Nur das bisher dies mit Anwendungsservern oft zu korrupten Maschinen führte und daher ein Herunterfahren der Serverstruktur dringend empfohlen war (insbesondere bei DC, Exchange und SharePoint).

Checkpoints basieren nun auf den Möglichkeiten der Volum Shadow Copy Services und sind daher genauso robust wie Backups.

PowerShell VM-CMDlets und PowerShell Direct

Mit der Windows PowerShell haben Sie eine Skriptsprache zur skriptbasierten Verwaltung von Windows-Objekten. Mit den Hyper-V spezifischen VM-CMDlets erhalten Sie Zugriff auf die Hyper-V-API zum automatisieren Ihrer VMs. So können Sie das Anlegen, Replizieren, Migrieren und Exportieren von ganzen VMs genauso wie das Anlegen und Ändern von Switchen und VM-Hardware etc. damit automatisieren.

Will man nun aber ein solches Skript innerhalb des Guest-OS laufen lassen, ist PowerShell Direct die Lösung. So können Daten und Skripte in eine VM kopiert und gestartet werden unabhängig davon, ob es überhaupt ein Netzwerk besitzt. Technisch wird dabei der intern immer verfügbare VMBus verwendet.

Weitere Neuerungen bezüglich Hyper-V erfahren Sie praxisnah in unserem Windows Server-Seminar.

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