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Cloud – immer noch Hype oder inzwischen Alltag?

Bei vielen Themen ändert sich die Betrachtungsweise nach einer anfänglichen Euphorie. Wird das Thema Cloud Computing tatsächlich unsere IT-Zukunft ändern?

Das Potential ist eindeutig da, viel Althergebrachtes zu verändern. Leichte Unterschiede gibt es noch in dem Verständnis, was eine Cloud alles bieten kann. Doch diese Unterschiede im Verständnis lassen sich leicht erklären, was wir hier nachfolgend versuchen werden.

Die Ursache hinter diesen unterschiedlichen Vorstellungen – übrigens auch bei den Anbietern von Cloud-Diensten – besteht in der Priorisierung einer der folgenden as-a-Service-Technologien. Der Trick ist aber, dass langfristig ALLE diese Technologien zusammen eine Cloud ausmachen:

  • IaaS (Infrastructure as a Service)
  • CaaS (Content/Storage as a Service)
  • SaaS (Software as a Service)
  • DaaS (Databases as a Service)
  • PaaS (Plattform as a Service)
Cloudservice-Ebenen
3 Ebenen der Cloudservices

IaaS (Infrastructure as a Service)

Bei vielen Anbietern ist dies die erste Eingangstür zur Cloud. Für Jemanden, der bislang mit Server-Virtualisierung zu tun hatte, lässt sich IaaS als verborgene Virtualisierung verstehen, bei der ähnlich einer VM angegeben wird, wie viele Kerne / CPUs (besser Rechenleistung genannt), aber auch wie viel Speicher (RAM und persistente HDD / SSD) und wie viel Bandbreite (Netzkapazität) ein Knoten haben soll.

Und ja, tatsächlich arbeiten Virtualisierungstechniken im Hintergrund, nur oft ganz andere, als die bekannten VMware, HyperV oder VirtualBox. So finden kvm und booch-ähnliche Lösungen Anwendung, deren Schwerpunkt das Accounting darstellen.

Denn ein Hauptaspekt der Virtualisierung bei IaaS ist das Billing und Accounting. Also das Bezahlen, denn kein Anbieter will Ihnen unbezahlte Kapazitäten anbieten.

Rechtlich spielt in IaaS vor allem hinein, dass der Ort – also die physische Verarbeitung und Speicherung Ihrer Daten – vollkommen ortstransparent ist. Sie merken und wissen nicht, wo dies geschieht. Aber da sich auch damit Geld machen lässt, kann man bei vielen Anbietern im IaaS auf etwas teurere Server in der EU bzw. der Schweiz wechseln.

Aus Sicht des Anbieters kann man IaaS als ein Paket verstehen, mit dem die Anforderungen welche mindestens bzw. in Spitzenzeiten höchstens erbringen muss (Thema: Leistungsschuld). Manchmal wird „die Hardware“ also nur kategorisch (wie Basic, Advanced und Profi) oder per Nummer (wie bei Exchange Online Plan bzw. Office365) gewählt.

Auch wenn beim Infrastructure-as-a-Service schon gleich alles an Pseudo-Hardware dabei zu sein scheint, so werden Speicher bzw. Content und Daten bzw. Datenbanken meist noch über eine separate Schicht as a Service angeboten.

Entscheidend für die Auswahl sind hier neben der Verfügbarkeit passender SaaS-Anwendungen oder PaaS-Frameworks auch Standort, Kosten, Migrierbarkeit, Verfügbarkeit von Bazaren wie Docker etc.

CaaS (Storage/Content as a Service)

Nicht zuletzt den Diensten OwnCloud und Dropbox ist das Verständnis für Einige zu verdanken, dass es sich bei der Cloud um einen riesigen Netzwerkspeicher handelt. Und ja, das ist nicht falsch, aber nur ein Aspekt von Content as a Service.

CaaS stellen sogenannte Filehosting-Dienste dar, welche theoretisch beliebig große Datenmengen speichern können und nach Verbrauch abgerechnet werden. Der Zugriff erfolgt über HTTP / HTTPS. Amazon hat das Konzept der Buckets und Objects zuerst eingeführt, das Verzeichnissen und Dateien ähnelt und sich als Standard etabliert hat. Marktführer mit weitem Abstand (ca. 22%) ist Amazons S3, aber auch Google (3%), box.com und Microsoft mit Azure Storage (2%) holen auf. Viele lokale Größen wie Strato oder Festplattenhersteller wie WD spielen bei CaaS mit.

Vorsicht Datenschutz und Sicherheit!

Beachten Sie, dass Sie je nach Anbieter und Vertrag nicht wissen, wo die Daten stehen, und das kann bei personenbezogenen Daten auch schon nur für eine Newsletteranmeldung zu Komplikationen führen (Wirksamkeit von Datenschutz und Urheberrecht). Es ist also Vorsicht geboten. Beachten Sie auch, dass die Daten ohne Internetzugang dann oftmals nicht mehr bei Ihnen zugreifbar sind.
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Vorteil Preisverfall

In keinem anderen as-a-Service-Segment tobt die Konkurrenz so wie hier, das macht sich in sehr unterschiedlichen Kosten bemerkbar. Ein Vergleich lohnt sich. Und sie können alles zu dem Provider Ihrer Wahl outsourcen, was Sie über RAID-Level gelernt haben.

Entscheidend für eine Auswahl hier ist die Integrierbarkeit des Dienstes in eine SaaS-Umgebung, die Transparenz von Speicherorten (u.a. wg. Datenschutz), die Skalierbarkeit, die Redundanz und die Sicherheit.

Oft werden auch ähnlich zu Dropbox / Google Drive etc. Netzlaufwerke (z.B. Amazon Elastic File System) und separate Archivierungssysteme (z.B. Amazon Glacier) angeboten.

SaaS (Software as a Service)

SaaS stellt die wesentlichste Säule einer Cloud dar. Denn mit ihr wird festgelegt, was Sie bzw. Ihre Kunden mit der Cloud eigentlich machen wollen.

Nur dummerweise wird dies beim Einrichten einer Cloud meist als Letztes abgefragt und steht so für viele Admins – welche ja oft auch die angebotenen Dienste selber gar nicht benutzen – oft nicht im Fokus. Und genau deshalb kommen wir erst hier auf SaaS zu sprechen. Nur was kann denn ein SaaS sein?

Kurze Antwort: Alles, was sich per HTTP bzw. HTTPS realisieren lässt und somit nahezu alles. Das Feld reicht von einfachen Datenbank-Anwendungen über Portale, CRM/ERP-Lösungen bis hin zu Office und Remote-Desktop-Lösungen. Natürlich können sie auch einfach einen WebServer-Dienst aktivieren oder sich eine passende Anwendung aus einem Shop (ähnlich dem Google PlayStore oder dem AppStore) aussuchen oder freie Systeme für Ihre Plattform via Docker nutzen.

Einen sehr guten Überblick, was SaaS leisten kann, erhalten Sie auf Bitnami. Dort können Sie verschiedenste Produkte und Anwendungen im Browser testen, diese in einer Cloud starten oder sich die App als Docker-Container exportieren lassen. Auch die Installer für eine lokale Installation sind meist angegeben.

Screenshot von bitnami.com
Screenshot von Bitnami

DaaS (Databases as a Service)

Ein spezieller Dienst ist ein Datenbank-Dienst. Da dieser Dienst je nach Technologie auch über eigene Virtualisierungen bzw. Grids, Speicherplatz und Rechenleistung verfügt, können Sie diese zwar als normalen SaaS verstehen, welcher dann z.B. über WebServices kommuniziert. Aber insbesondere die Datenbankanbieter wie Oracle (Oracle DaaS) und Microsoft (Azure SQL), aber auch Amazon bieten verschiedene, zum Teil auch NoSQL-fähige Datenbanken an. So können Sie bei Amazon zwischen SDB und RDB und dort zwischen MS SQL, Oracle DB, PostreSQL und MySQL wählen.

Die Programmiermodelle unterscheiden sich zur Zeit aber noch, meist wird eine Anbindung per ReSTful-WebService angeboten bzw. favorisiert.

PaaS (Plattform as a Service)

Platform as a Service ist die wohl für die Zukunft entscheidendste Ebene, die allerdings primär beim Anbieter liegt, denn unter Plattform as a Service versteht man, die Umgebung und dort vor allem die unterstützten Frameworks zur Entwicklung von Services.

PaaS ist also das Bindeglied zwischen IaaS (zur Hardware) und SaaS (zum Anwender). Das kann im einfachsten Fall einfach ein PHP-Stack oder eine Java-VM sein. Sollte die Umgebung keinerlei Eingrenzungen erfordern, spricht man von einem OpenStack. Im Allgemeinen werden aber verschiedene, zu einer IaaS passende Lösung als Middleware bezeichnete Stacks erzwungen. So kann man bei Microsoft Azure vor allem das ASP.NET MVC aber auch das ältere ASP.NET WebForms nutzen. Wenn man die IaaS entsprechend konfiguriert hat, ist aber auch ein PHP-Stack anwesend. Amazon bietet über WebApps einen recht Unix-lastigen aber hoch skalierbaren Ansatz. Auch Google ist hier mit seiner App Engine gut verbreitet.

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